Klarführen. Für Führungskräfte, die nach außen funktionieren und wissen, dass das nicht reicht.

Kaum ein Satz fällt in Unternehmen so häufig.
Und dazu gibt es viele Anlässe. Die Gehaltserhöhung, die wieder ausblieb. Der Blumenstrauß zum Dienstjubiläum, gestrichen im Sparprogramm. Die Überstunden vor dem Messetermin, über die danach niemand mehr spricht.
Alles gilt als selbstverständlich.
Als Führungskraft hörst du diesen Satz aus deinem Team. Und du kennst das Gefühl selbst, wenn du nach oben schaust.
Das Gefühl ist echt. Die Anlässe sind es auch. Trotzdem lohnt sich eine Frage: Woher kommt es eigentlich?
Das ist meine Beobachtung: Das Gefühl, nicht wertgeschätzt zu werden, entsteht in dem, was du über die Situation denkst. Über dich. Über das, was du selbst wert bist.
Solange diese Gedanken laufen, ist jede Anerkennung zu wenig. Sie kommt zu spät, ist zu klein oder war bestimmt nicht so gemeint.
Du sitzt abends noch am Schreibtisch und denkst an die Überstunden der letzten Woche. Kein Danke, keine Reaktion. Und irgendwann merkst du: Du führst gerade ein Gespräch mit dir selbst. Darüber, was du wert bist. In dem Moment wird es eine Spur leichter.
Die Überstunden waren trotzdem zu viel. Darüber zu sprechen bleibt richtig. Nur hängt an der Antwort nicht mehr, was du wert bist.
Und dann ist auch ein ehrliches Danke einfach schön. Ohne die Frage, ob es genug war.

Sechzehn Jahre Fernsehjournalist. Seit über zehn Jahren Coach für Führungskräfte, Teams und Menschen in Übergängen.
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